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7 Massnahmen gegen Personalmangel

Personalmangel in der Hotellerie ist selbst gemacht. Hier stelle ich 7 Massnahmen gegen Personalmangel in der Hotellerie vor. Alle vorgestellten Massnahmen habe ich in meiner aktiven Laufbahn als General Manger, selbst ein- und umgesetzt. Ich weiß also wovon ich spreche.
Ich höre und lese immer wieder, gerade nach Corona, das die Hotellerie und Gastronomie sich massiv öffentlich über Personalmangel äußert und fast schon beschwert.

Personalmangel in der Hotellerie – selbst Schuld

Grundsätzlich ist es ja so, dass der Personalmangel in der Hotellerie und Gastronomie nicht erst seit heute besteht. Diese Herausforderung, nicht nur das richtige Team, sondern überhaupt Mitarbeiter zu bekommen besteht seit Jahrzehnten.
Es lag und liegt an jedem Unternehmer selbst sein richtiges Team von Mitarbeitern zu bekommen oder besser zu Formen. 80 % der Unternehmer, haben glaube ich den Begriff des Unternehmers nicht richtig verstanden. Wahrscheinlicher ist aber, das sie verlernt haben richtig unternehmerisch zu denken und zu handeln.

Unternehmer heißt: ETWAS zu unternehmen und nicht zu warten bis die Politik oder Verbände etwas unternehmen.
Nur weil es staatliche Beschränkungen gibt, welcher Art auch immer, habe ich als Unternehmer als erste Pflicht dafür zu Sorgen das MEIN Laden funktioniert. Der Schrei nach finanzieller Unterstützung durch den Staat, wird viel zu schnell und zu oft getan.

Jeder Unternehmer bekommt die Mitarbeiter, die er verdient!

7 Massnahmen gegen Personalmangel in der Hotellerie

Personalmangel im Hotel muss nicht sein. Dabei ist es so einfach die RICHTIGEN Mitarbeiter, nein, besser das richtige Team zu bekommen. Man muss sich nur etwas Gedanken machen und die Möglichkeiten maximal ausnutzen.
Es reicht schon lange nicht mehr irgendwelche Motivationstrainings absolvieren zu lassen. Investieren Sie ihr Geld besser, indem Sie nach rechtlich sauberen Lösungen suchen, um die richtigen Mitarbeiter und nicht irgendwelche Mitarbeiter zu bekommen.

1. Ältere Mitarbeiter

Mit älteren Mitarbeitern, meine ich Mitarbeiter über 50 Jahre. Diese Mitarbeiter bringen Lebens- und Berufserfahrung mit. Vieles muss man ihnen gar nicht erst erklären, sie wissen es auf Grund ihrer Erfahrung. Sind hoch motiviert und haben in der Regel mehr Spaß am arbeiten als jüngere. Ein weiterer Vorteil, sie wechseln so schnell nicht den Betrieb.

Häufig gibt es auch noch unterschiedliche Fördermittel in den Bundesländern und je nach Alter und Geschlecht. Es müssen auch nicht immer gelernte Kräfte sein, dadurch das sie so hoch motiviert sind, lernen sie schneller eine Tätigkeit und sind oft ehrgeiziger als Jüngere.

2. Allein erziehende Frauen über 40

Allein erziehende Frauen und natürlich auch Männer über 40 Jahre, sind ähnlich wie ältere Mitarbeiter. Häufig sind die Kinder schon so alt, dass diese auch alleine zu Hause sind oder bleiben können. Hier würde ich aber trotzdem Rücksicht, auf die Bedürfnisse der Alleinerziehenden, bei der Dienstplangestaltung nehmen. Sonst sind diese auch hoch motiviert, besonders dann wenn sie auch noch einen Beruf in der Hotellerie gelernt haben und Wiedereinsteiger sind.

3. Stichwort: Resozialisierung

Ich selbst habe hervorragende Mitarbeiter gehabt, die mal im Gefängnis waren. Hierbei spielt das Geschlecht, das Alter, sowie auch die Herkunft keine Rolle. Man sollte schon beim ersten Interview fragen, ob die anderen Mitarbeiter im Haus darüber informiert werden dürfen, das der/diejenige im Gefängnis war oder sie es selbst mitteilen möchten. Dies dient alleine dazu, dass keine dummen Gerüchte oder ähnliches im Hause aufkommen.
Ist ein etwas schwieriges Feld, das gebe ich zu und bedarf viel Sensibilität, damit alle Beteiligten sich wohl fühlen.

Grundsätzlich gilt:

Infomieren sie immer ihr Team, über alles was im Haus passiert. Besonders über unternehmerische Entscheidungen, das bindet ihre Mitarbeiter noch mehr an ihr Haus. Bevor irgendwelche Gerüchte aufkommen. Je mehr Informationen sie geben, desto mehr Vertrauen zeigen sie ihrem Team.

7 Massnahmen gegen Personalmangel vom HoGa Punk Thomas Fanselow

4. Dienstplanoptimierung

Ein ganz wesentlicher Punkt, in doppelter Hinsicht, ist die Dienstplanoptimierung.
Beim Dienstplan liegen mit die größten Möglichkeiten, die Mitarbeiter zu motivieren. Es gibt viele Mitarbeiter die eine bestimmte Dienstzeiten bevorzugen.
Wann haben sie das letzte mal mit ihrem Team einen Dienstplan nach deren Wünschen abgestimmt. Sie werden erstaunt sein, wie leicht dies geht.

5. Versetzung innerhalb des Hauses

Bevor sie neue Mitarbeiter für eine freie Stelle im Haus suchen, fragen sie erst mal im eigenen Haus nach. Häufig gibt es Mitarbeiter die sich weiter entwickeln wollen oder einfach etwas neues machen möchten. Es kann auch durch veränderte Lebensbedingungen eines Mitarbeiters dazu kommen, das er etwas anders machen muss, heißt andere Dienstzeiten benötigt. Damit bekommen sie einen hoch motivierten Mitarbeiter.
Besonders spannend ist dies in Kombination mit der Optimierung von Dienstplänen. Wenn es richtig gemacht wird, brauchen sie nämlich keinen neuen neuen Mitarbeiter mehr.

6. Steuerliche Möglichkeiten nutzen

Es gibt viele steuerliche Möglichkeiten, gerade in Hotellerie, um den Mitarbeitern mehr Netto auszuzahlen. Hier möchte ich nur 2 Dinge aufzeigen.
Steuerfrei sind nur Zuschläge, die für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit gezahlt werden.

6.1.steuerfreie Sonn-Feiertags und Nachtzuschläge:

6.1.1. Österreich

Für Österreich: Hier können Mitarbeiter bis zu 360 Euro/monatlich netto dazu verdienen.

6.1.2. Deutschland

Für Deutschland: Eine Obergrenze gibt es meines Wissens nach, mit Stand heute, nicht. ( ich werde das weiter beobachten)
Dabei ist besonders Interessant: Gezahlte Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind steuer- und sozialversicherungsfrei.
Das heißt, sie können so jedem Mitarbeiter, der zu diesen Zeiten arbeitet, eine direkte Gehaltserhöhung geben.

Tipp für Deutschland

Man kann z.B. auch mit seinen Mitarbeitern vereinbaren, dass man die Zuschläge nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag zahlt. Dieser sollte aber sinnvoll, erreichbar und angemessen sein (als Faustregel gilt: ca. 10% des Bruttolohns).
Im Vertrag könnte es also heißen:

Es wird ein Zuschlag für geleistete Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit maximal in Höhe von € xxx gezahlt. Hierüber wird ein entsprechender > Nachweis [195 KB] geführt. Darüber hinaus anfallende Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit ist mit der Grundvergütung voll abgegolten.“

6.2. Individuelle Optimierung

Nutzen sie die steuerlichen und arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, damit ihre Mitarbeiter mehr Geld netto raus bekommen.
Dieser Punkt ist sehr zeitaufwendig und Bedarf vieler Einzelgespräche mit den Mitarbeitern.
Vereinfacht gesprochen, optimieren sie das Bruttogehalt jeden einzelnen Mitarbeiters so, dass der Mitarbeiter mehr Netto in der Tasche hat und gleichzeitig der Betrieb, Kosten für die anteiligen sozialversicherungspflichtigen Beiträge einspart.

Wichtig dabei: sie müssen kommunizieren das bei der Senkung der Beiträge für die Arbeitslosen- und Rentenversicherungen, auch die Höhe des Arbeitslosengeldes und die Rentenauszahlung sinkt. Zu letzterem gibt es aber auch mehrere Möglichkeiten dies zu kompensieren.
Sprechen Sie mich dazu an!

7 Massnahmen gegen Personalmangel in der Hotellerie vom HoGa Punk Thomas Fanselow

Zu guter Letzt!

Die letzte der 7 Massnahmen gegen Personalmangel, ist nur etwas für Unternehmer die Mut haben und sich einer echten Herausforderung stellen.

7. Wunschgehälter zahlen

Fragen Sie ihre Mitarbeiter was sie verdienen möchten, wenn es darum geht dass einer mehr Geld verdienen möchte. Fragen sie gleich dazu, was er dafür beriet ist zu tun. Dabei geht es nicht darum, mehr Stunde zu arbeiten, sondern welche Qualität er bei seiner Arbeit abliefert.
Besonders bei Abteilungsleitern habe ich damit super Ergebnisse erzielt. Hier heißt es Qualität vor Quantität!

Fazit zu den 7 Massnahmen gegen Personalmangel in der Hotellerie

Diese 7 Massnahmen gegen Personalmangel in der Hotellerie, sind ein kleine Auswahl von Möglichkeiten.
Grundsätzlich gilt, dass jeder Tarifvertrag, für mich immer ein Minimum dargestellt hat. Nach oben gibt es keine Grenzen. Wenn die Mitarbeiter nur etwas mehr Netto in der Tasche haben, als ihre Mitbewerber, kommen gute Mitarbeiter von allein zu ihnen. Etwas höhere Personalkosten, können sie leicht in ihre Kalkulation einbauen, deshalb wird kein Gast weniger zu ihnen kommen.

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